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 DAS KAPITALKROKODIL SPRACH:
(Chronologische Marktkommentare)

Die Kommentare geben nur die persönliche Meinung des Autors wieder und sind NICHT als Anlageempfehlungen zu verstehen.

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17.04.2019

 


Liebe Freunde,

 

es folgt der Kommentar I/2019 für die Märkte:

 

Rückblick:
Die wichtigste Bemerkung in meinem letzten Marktkommentar war wohl der letzte Satz: "all eyes on the FED".

 

Die FED hat also wirklich eine 180 Grad Kehrtwende gemacht und die Zinserhöhungen auf Eis gelegt und die Bilanzverkürzung gestoppt.
Die Märkte reagieren wie gewohnt: Billiges Geld heißt höhere Assetpreise. Ich persönlich befürchte dass der Trick, der 2016 funktioniert hat, diesmal vielleicht nicht mehr funktionieren wird.

Meiner Einschätzung nach ist der jüngste Börsenanstieg ein Strohfeuer eine von FOMO (fear of missing out) getriebene Bärenmarktrally. Die amerikanischen Märkte scheinen eher in einer Phase von hoher Volatilität zu stecken. Es schaut fast so aus, als würde sich da ein Megaphon ausbilden. Kurz gesagt ich bin noch pessimistischer als das letzte Quartal und rechne mit einem Abrutschen in eine Rezession in den nächten Monaten.

Die Gründe sind vielfältig, wurden schon mal diskutiert sollen hier aber nochmals erwähnt werden:

 

  • Der Wirtschaftzyklus geht zu Ende. Bin gespannt auf die nächten Quartalsberichte.
    Können die Gewinnaussichten die Erwartungen nicht erfüllen, wovon ich ausgehe, dann könnte es gleich etwas "spannend" werden.
    - Der Aufschwung am Aktienmarkt ist "dünn" und wird mehrheitlich von Aktienrückkäufen getragen, während die Investoren Kapital abziehen. Erst jetzt in den letzten 2 Wochen kommen die gierigen wieder aufs Parkett.
    - Die Verschuldungssituation steigt weiter an, viele amerikanische Unternehmen saugen sich mit Geld voll, dass ich mich frage: Setzen die auf zukünftige negative Zinsen, oder sind die wahnsinnig geworden?
    - Dementsprechend steigt der Anteil von junk-bonds weiter kontinuierlich an. Viele dieser Bonds sind in ETFs und viele sind nicht liquide. In einer Rezession ist mit Herabstufungen des Ratings dieser Bonds zu rechnen, wodurch diese unter das investment grade rutschen und dann eigentlich aus den Fonds geschmissen werden müssen. Wer wird diese Bonds kaufen? Niemand! Die müssen Abgeschrieben werden. Das Volumen dieser ETFs ist riesig.
    - Die Überbewertung an den (amerikanischen) Märkten ist teilweise sehr hoch.
    - Im Prinzip sind alle Assetklassen (Ausser Edelmetalle und Rohstoffe) überbewertet.
    - Die Zinskurven sind teilweise invertiert oder zumindest extrem flach. Die Invertierung hat sich dann wieder zurückentwickelt, was oft ein Zeichen für einen Tippingpoint ist.
    - Zombiunternehmen in Europa nehmen zu.
    -Handleskonflikte sind weiter ungelöst oder verschärfen sich sogar noch.
    - Die Situation in China wird kontrovers diskutiert und bleibt unklar.
    - Die Banken in Europa sind vielfach marode, die Ertragssituation schlecht und wird immer schlechter.
    - Vielen Marktteilnehmern wird schlagartig klar, dass die Situation angespannt ist und die nächste Krise drammatisch werden könnte. Bei den Notenbanken und dem IWF scheint blanke Panik zu herrschen. Es scheint so zu sein, dass jetzt alles unternommen werden soll, um die nächste Rezession nach hinten rauszuschieben (zumindest bis nach der US Wahl?). Das kann gut gehen und den Boom verlängern, muss aber nicht !
    -Die Notenbanken haben es nicht geschafft die Zinssituation wieder zu normalisieren. Die "normale" Munition ist verschossen. Vielen scheint jetzt klar zu werden, dass die 0-Zinspolitik eine Einbahnstrasse ist. MMT (modern money theory) scheint jetzt den Rettungsanker darzustellen.
    - Die Sozialen Unruhen (Debatte um Wohnungsenteignungen etc..) nehmen zu und lassen böse Entwicklungen in Richtung Sozialismus erahnen. Gibt es was, das Investoren mehr verschreckt? Die Sicherung des Privateigentums durch den Rechtsstaat ist schließlich die Grundlage für Ökonomische Prosperität.
    -Charttechnisch schaut es auch nicht so toll aus. Wie gesagt ich halte die Rally für eine Bärenmarktrally. Im DAX könnte eine Entwicklung wie in den Jahren 2000-2003 bevorstehen. Das würde bedeuten Anstieg des DAX bis entweder 12000 oder gar 12400 , dann jedoch starke Verluste im Jahresverlauf.
    -In diesem Umfeld steht der Dollar stark und trotzdem behauptet sich Gold und sogar die Cryptowährungen. Ist das schon ein Warnsignal? Wenn Gold über 1350 Dollar/Unze steigen sollte, könnte der Preis stark abheben, sofern er nicht über die Terminmärkte ausgebremst wird.

  • Die Wachstumsprognosen für Deutschland werden im Monatstakt gekürzt.

  • Die Dividendenzahlungen und payout Quoten sind zu hoch bezogen auf die Gewinnsituation.


     

 

Keiner kann mit Sicherheit sagen, wie es weiter geht, aber mit Sicherheit kann ich eines sagen: So viele ernsthafte Probleme auf ein Mal hab ich in den letzten 25 Jahren noch nie gesehen. Das schlimmste für mich ist aber, dass die Politik und die Notenbanken die Probleme immer weiter verschleppen. Kann das gut gehen und wenn ja, wie lange noch?

 

Alles schlecht? Nein ganz und gar nicht. Eine eventuell bevorstehende deflationäre Liquiditätskrise könnte einmalige Chancen bieten, sich bei echten Qualitätsaktien günstig einzukaufen. Die Hausse wird in der Baisse geboren ;-).  Also abwarten und Silber einkaufen und sicher verwahren, solange es noch so unglaublich billig ist.

 

Natürlich könnte die Ankündigung der FED, die Zinsen niedrig zu halten bzw. sogar abzusenken jetzt schon wieder zu weiter steigenden Kursen führen aber es erscheint mir irgendwie immer unwahrscheinlicher, dass dieses Spiel immer weiterbetrieben werden kann.

 


 

 

Beste Grüße.

 

Euer Kapitalkrokodil.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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28.11.2018:

 

Meine persönliche Meinung zu den Märkten im November 2018:

 

 

 

CHANCEN:
 

 

  • Leider sehe ich derzeit deutlich mehr Risiken als Chancen.

  • Eine deflatorische Liquiditätskrise könnte kurz- oder mittelfristig die Aktienmärkte belasten, jedoch gute Einstiegschancen eröffnen.
    Günstig gekauft Aktien aus den richtigen Bereichen sollten auch in Zukunft gute Erträge abliefern.

  • Die neuen Technologien sollten durchaus zu neuen Booms führen, aber meiner Meinung nach ist vorher eine Phase der Bereinigung angesagt (sofern die Politik dies zulässt).

  • Bei einer neuerlichen Krise wird wohl auch in Zukunft sehr viel Geld gedruckt werden. Anleihen und Aktien werden gekauft werden. Außerdem rechne ich mit direkten Investitionen in so Themen wie Infrastruktur, um Geld direkt in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen. Das sollte die Märkte zumindest kurzfristig wieder stützen. Dies könnte aber mittelfristig die Inflation treiben und wenn dann Zinserhöhungen kommen, wird das die Aktienmärkte wieder stark belasten.
    Neues Geld drucken und mehr Schulden ist wieder nicht die Lösung, sondern eine Verschiebung der Probleme. Was die Wirtschaft bräuchte, ist eine echte Bereinigung mit Pleiten und Abschreibungen und daraus folgend einen niedrigeren Schuldenstand.
     

     

 

WAS MIR SYMPATISH IST UND WAS NICHT:

 

 

 

  • Ich kaufe Valueaktien, Rohstoffaktien und Edelmetalle aber nur bei wirklich günstigen Preisen.

  • Ich fokussiere auf Unternehmen mit Ertrag und Ausschüttung, starker Marktmacht und der Möglichkeit Inflation an die Käufer weiterzureichen.

  • Ich erhöhe die Liquidität.

     

  • Ich bin achtsam bei Derivaten und Dollar.

     

  • Ich hüte mich vor Euro, Cryptos, „growth“ und dem gesamten Finanzsektor !
     

 

 

 

RISIKEN:

Die growth und high tech Aktien laufen nicht mehr so richtig. Diese Tendenz sollte sich fortsetzten, Verluste sind hier vorprogrammiert. Abflauende Konjunktur in China und Europa, ungelöster Handelskrieg. Hoher Margin Debt. Viele Frühindikatoren stehen auf „rot“. Es schaut nicht so wirklich gut aus.


EUROPA:

 

  • Die Banken sind alle marode und keiner spricht darüber. Irgendwann wird sich das in den Bilanzen widerspiegeln (2019/2020?) und dann plötzlich ein riesiges Thema sein.

  • Die Anzahl der Zombieunternehmen ist beängstigend hoch, angeblich um die 15%. Bei Zinserhöhungen oder Wirtschaftsabschwung würde eine riesige Pleitewelle auf Europa zurollen. Das würde wohl zu dramatischen Verlusten beim Eigenkapital der europäischen Banken führen. Eine Liquiditätskrise wäre die Folge. Für Bankkunden könnte das Kapitalverkehrskontrollen und Bail-In Szenarien bedeuten.

  • Zerfallstendenzen in Europa, ungeklärter Brexit,

  • Italien hält sich nicht mehr an Stabilitätspakt, die Zinsen für die italienischen Staatsanleihen werden weiter steigen und irgendwann muss die EZB wieder mehr italienische Staatsanleihen kaufen, ansonsten geht Italien pleite.

  • Macht das Beispiel Italien Schule, werden mehrere Staaten dem Vorbild folgen und die Haushaltsdisziplin aufgeben. Eine mittelfristige Euro Abwertung wäre dann wahrscheinlich. Möglich ist gar ein Streit der Staaten über den Euro und die Finanzen, der zu einem Scheitern des Euro führen könnte.

  • Die EZB wird in die nächste Rezession schlittern ohne vorher die Zinsen angehoben zu haben. Die Spielräume zum Abfangen des nächsten Abschwungs sind sehr begrenzt. Es bleiben nur bedenkliche Aktionen wie Negativzinsen und „Quantitative Easening“ auch durch Aufkauf von Aktien, Helikoptergeld etc.. . Das hilft kurzfristig, verschlechtert sie Situation aber langfristig.

  • Die Politik scheint alles zu tun, um echte Marktbereinigungen zu verhindern. Das führt dazu, dass wir Probleme vor uns herschieben und nicht endgültig bereinigen können. Eine Zombifizierung durch Wirtschaftssozialismus ist die Folge, die die Produktivität senkt, die Spielräume einschränkt und langfristig zu einer gebremsten Wirtschaftsentwicklung führen muss.
     

 

USA:

 

  • Die enormen Aktienrückkaufprogramme in den USA, die hohe Verschuldungssituation der Unternehmen und der Konsumenten wird zum ernstzunehmenden Problem, wenn die Zinsen steigen.

  • Weitere Problembereiche: Ausufernde Junk-bonds Märkte, Illiquide high yield ETFS, unbezahlte Ausbildungskredite.

  • Leicht steigende Inflation (gut zu sehen in Form von steigenden Kosten in den letzten Bilanzen vieler Unternehmen) kündigt sich an. Das wird die FED wohl auf Kurs halten und eine weitere Straffung der Geldpolitik zur Folge haben.
    Die Zinsstrukturkurve wird immer flacher. Noch 2-3 Anhebungen würden dazu führen, dass diese invertiert.
    Das könnte Mitte 2019 der Fall sein. Damit wir eine Rezession spätestens 2020 sehr wahrscheinlich.

 

 

 

Der Blick in die Glaskugel:

Die zukünftige Entwicklung hängt zu Aller erst vom Verhalten der FED ab. Mit scheint es wahrscheinlich, dass die FED weiter eine restriktive Zinspolitik mit Zinserhöhung und Bilanzverkürzung fährt. Ich glaube die FED möchte bewusst die Luft aus der „everything bubble“ ablassen.
 

 

Daher scheint mir folgendes Szenario 2019/2020 sehr wahrscheinlich:
 

 

  • Invertierte Zinsstrukturkurve - Die Banken stellen die Giralgeldproduktion ein, die Kreditvergabe vermindert sich, eine Rezession kündigt sich an. Deswegen geben im Vorfeld die Börsen stark nach. Es kommt zu einer deflatorischen Liquiditätskrise.
     

  • Eine Währungsabwertungsspirale beginnend bei den emerging markets (sehen wir bereits), hin zum Euro und letztendlich auch beim US Dollar (ein Vertauensverlust durch zu hohes US-Budgetdefizit).
     

 

  • Steigen des Dollars 2019 (Flucht in Krisenwährung). Dann kommen die USA  drauf, dass Schulden, Export und Außenhandelsdefizit am besten durch einen stark abgewerteten Dollar zu bewältigen sind. Folglich ca. 2020 oder 21 ein Absturz des Dollars. Einhergehend mit einer Dollarwende wird sich die Situation an vielen Märkten dramatisch verändern.
     

  • Rohstoffe haben den untersten Punkt des Schweinezyklus bereits durchlaufen. Die zu geringen Investitionen der letzten Jahre werden mittelfristig zu Verknappungen und damit Preiserhöhungen führen. Das treibt die Inflation.

    Diese Entwicklung wird durch einen fallenden Dollar beschleunigt werden.
     

  • Abflauende Konjunktur nach überhitzter Konjunktur, zu hohe Verschuldung, Kapitalfehlallokationen (durch zu geringe Zinsen), Dollarwende, steigende Inflation, darauf folgend steigende Zinsen könnten sich zu einem unangenehmen stagflatorischen Szenario vermischen. Falls dies eintritt, wird es einen „wealth preservation deal“ geben. Ich rechne mittelfristig mit einer Flucht aus dem Dollar hinein in Edelmetalle, Value und Sachwerte. Ob die überbewerteten Immobilien bei steigenden Zinsen weiterhin an Wert zulegen können bleibt abzuwarten, ich bin jedoch sehr skeptisch.

     

 

Falls sich die FED weich klopfen lässt und die Zinserhöhungen stoppt, um die Wirtschaft und die Börse zu stützen, schaut alles ganz, ganz, ganz anders aus. Vielleicht kommt zuerst eine Börsenkorrektur, aber dann wird das bisherige Szenario weiter gehen, mit Wirtschaftsboom, hohen Bewertungen bei Aktien (growth), Anleihen, Immobilien. Die Probleme sind dadurch nochmals aufgeschoben aber nicht aufgehoben.

FAZIT: Vorsicht ist geboten, Risiko rausnehmen. „ All eyes on the FED“, auf Sicht fahren, flexibel denken.

 

 

 

 

 

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20-06-2018:

 

Meine Meinung über die Lage der Märkte im Juni 2018:

Meiner Meinung nach stehen wir vor einer schwierigen Phase. Der Aufschwung ist schon alt, die Zinsen steigen. Noch ist die Zinsstrukturkurve nur relativ flach aber nicht invertiert, ich bin mir jedoch nicht mehr so sicher, dass eine invertierte yield curve diesmal eine Rezession so sicher anzeigen wird, wie das die letzten Male der Fall war.


Die Notenbanken beginnen im Herbst ihre Bilanzen zu verringern. Das dürfte mittelfristig einen äusserst negativen Effekt haben. Ab November werden dann monatlich ca. 150 Mrd USD von den Märkten abgezogen. Das dürfte einen umgekehrten Effekt haben, wie das Aufblasen der Bilanzen also: Fallende Assetpreise im Bereich Aktien, Anleihen und Immobilien.

In den letzten Quartalen 2017 weisen auffallend viele Bilanzen stark steigende Kosten und somit fallende Gewinne aus. Zusammen mit rückläufigen Auftragseingängen in vielen Regionen und Branchen ist das nicht gerade positiv zu bewerten. Es könnte auch ein dezenter Hinweis auf eine langsame zarte Inflation sein.

Die Emerging markets schwächeln, weil Geld zurück in den "sicheren Hafen USA /USD" gezogen wird. Ausserdem schadet ein steigender Dollar den EMs. Auch das ist ein Anzeichen für unruhige Zeiten.

Die Verschuldung von Privatpersonen und Unternehmen in den USA ist sehr hoch. Es gibt jede Menge "high yield coporate bond" nennen wir es vielleicht besser " junk-bonds" die noch dazu in ETFS gebündelt werden und an die Bürger verjubelt werden. Es dürfte ein böses Erwachen für die Anleger werden, wenn diese versuchen sollten diese ETFs in fallenden Marktphasen zu verkaufen um Liquidität zu schaffen. Ich erwarte da ein Blutbad, allerdings ist dieser Markt nicht so riesig, also nicht so bedeutend.

Eine Ansteckungsgefahr von einem in Panik geratenen Bondmarkt ist jedoch nicht zu unterschätzen und kann dann auch mal auf den Aktienmarkt überschwappen, wenn die ersten einen margin call bekommen.

An den Aktienmärkten selbst vermisse ich die nötige Breite. Viele Unternehmen haben ihren inneren Wert schon überschritten, einige sind grandios überbewertet. Mir scheint es so zu sein, dass nur noch die growth und high-tech Werte richtig laufen, alles andere kommt nicht so wirklich vom Fleck. So eine fehlende Breite kann ebenfalls ein Hinweis auf bevorstehende volatile Zeiten sein.

Es gibt jedoch auch viele Werte, die im Anbetracht von Wachstum, earnings und Zinsen eher günstig aussehen. Tatsache ist aber auch, dass sich die Bewertung schnell ins Gegenteil verkehren kann, wenn die Gewinne schrumpfen, die Zinsen steigen oder das Wachstum ausbleibt. Alle diese Werte sind ja durch die Nullzinspolitik unnatürlich stark angehoben worden.

Charttechnisch ist zumindest der DAX schwer angeschlagen. Es könnte sich hier gerade die zweite Schulter einer SKS- Formation ausbilden. Umsätze in Schwächephasen sind oft recht hoch. Also auch hier kein gutes Zeichen.
 

Die Amerikanischen Märkte hingegen präsentieren sich eher robust und die Charttechnik weist eher nach oben.

Ein echtes Problem stellen meiner Meinung nach "Zombiunternehmen" dar. Sowohl in Europa als auch in den USA gibt es ca 15-20% Unternehmen, die nur wegen der Niedrigzinsphase noch existieren. Steigen da die Zinsen, stellt sich schnell heraus wer profitabel arbeitet und wer nicht und diese Unternehmen können Ihre Kredite nicht mehr bedienen. In den USA scheinen die Banken robust aufgestellt zu sein und können dies vielleicht verkraften, in Europa jedoch schwelt eine versteckte Bankenkriese, die keiner registriert.

Die europäischen Banken verdienen fast kein Geld ! Dies wird irgendwie elegant unter den Teppich gekehrt und der Öffentlichkeit verschwiegen. Zusätzlich ist die Bilanzsumme der europäischen Banken in Relation zum BIP extrem hoch im Vergleich zu den USA. Eine gefährliche Gemengelage. Ich bin schon gespannt wer die europäischen Banken rettet und rekapitalisiert. Wahrscheilich der kleine Bürger/Sparer bzw. der Steuerzahler. Zusätzlich werden die Nordländer den Südländern diese Rechnung bezahlen müssen- Stichwort Bankenunion/Schuldenunion, europäische Einlagensicherung. 

Politisch schauts in Europa nicht gut aus. Bankenkrise, Italienkrise, Flüchtlingskrise, Politkrise in Deutschland, Spaltung der EU, ungeklärter (harter) Brexit (Euro-melt-down wie von Boris Johnson vorhergesagt?), explodierende Target II Salden. Weltweit sage ich nur : Handelskrieg ! 

Eine EZB die es wohl nicht mehr schafft die Zinslage zu normalisieren BEVOR die nächste Rezession kommt. Ja was zum Teufel machen die bei der nächsten Rezession, wenn sie die Zinsen nicht senken können? Negativzins -5% oder was? QE XX.XX?  Helikoptergeld für alle, oder alle Schulden von der EZB aufkaufen und dann abschreiben oder in ewig laufende Null-koupons umwandeln? Ich bin mir nicht sicher, ob da irgendeiner wirklich einen Plan hat wie das funktionieren soll...

Geht dann irgendwann das Vertrauen in den Euro flöten oder nicht? Das ist eine interessante Frage, die ich gerne beantwortet hätte. Als Alternativen bieten sich Edelmetalle als Investment an. Derzeit will diese jedoch keiner haben. Das ist auch der Grund warum Silber so unverschämt billig zu haben ist. Kryptowährungen sind auch noch denkbar. Die Blockchain wird unser Leben revolutionieren. Da bin ich mir sicher, ich bin mir aber auch sicher, dass 99 % der Kryptowährungen in 10 Jahren wertlos sein werden. Also lass ich bisher die Finger davon, schau aber ganz genau hin was sich da tut. Besonders gespannt bin ich, wie sich BTC und co. in einer Aktienbaisse verhalten!

Der Goldpreis ist gerade aus seinem mehrjährigen aufsteigenden Dreieck nach UNTEN ausgebrochen. Das scheint mir irgendwie ungewöhnlich und gegen die gängige Lehre. Ich erwarte deshalb einen weiter sinkenden Goldpreis mit den entsprechenden Konsequenzen für Minen und edelmetalllastige Rohstoffunternehmen, die historisch gesehen noch nie so unterbewertet und billig waren wie derzeit und jetzt vielleicht noch billiger werden ! Die gebeutelten wenigen verbliebenen Minenaktionäre, die schon 8 Jahre eine Hölle durchwandern mussten werden zum Grossteil die Anteile zu Spottpreisen auf den Markt werfen nach dem Motto: Nie mehr Gold und Goldminen. Man sieht es jetzt schon z.B. bei eigentlich gesunden russischen Minen. 

Könnte es sein, dass hier die Preise noch weiter sinken bzw. nach unten getrieben werden, weil sich das smart-money noch mal richtig richtig billig mit der Investition der nächsten 5 Jahre eindecken möchte? Nun gut das geht in Richtung Verschwörungstheorie aber man darf ja mal etwas phantasieren ;-) bzw. zum kritschen Denken anregen.

Zu Dollar und Ölpreis habe ich keine sichere Meinung und schweige deshalb. Gefühlsmässig würde ich sagen mittelfristig Dollar rauf, Ölpreis rauf. Ich kanns aber nicht wirklich begründen. Ja vielleicht wird in dem Moment wo genug Marktteilnehmer die Probleme erkennen eine Flucht in den Dollar einsetzen. Mal schauen. Ich  halte T-Bonds, aber nur extrem kurz laufende!

Wirklich Vertrauen habe ich nicht zu den Papieren. Was hat Donald Trump beim Amtsantritt gesagt? Schulden zahlt man ja normal nicht komplett zurück... ein Schelm der Böses dabei denkt. Diese Aussage plus "America first" löst bei mir die Idee aus, dass die Amerikaner irgendwann vielleicht die ausländischen Gläubiger nicht mehr bedienen könnten z.B. um den grössten Halter an Treasury Bonds (China) wirtschaftlich schwer zu schädigen. Ja gut das ist natürlich eine abenteuerliche Idee, die dem Petrodollar und der Wirtschaft in den USA den Todesstoss geben würde. Aber mal ganz ehrlich: Möglich ist heute alles. Interessant in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass die Investitionen von ausländischen Kapitalgebern in einem Jahr in den USA um satte 75% eingebrochen ist. Das Vertrauen ist also schon verspielt. Die Russen haben Ihre US Anleihen auch verkauft und stocken stattdessen Gold auf. Auch zeichnet sich ab, dass der Dollar als Abrechnungsinstrument seine Alleinstellung verlieren könnte, was ich aber eher für unwahrscheilich halte, aber ziemlich dramatische Kosequenzen hätte. 

Jetzt wird der interessierte Leser sagen was alles nur negativ? Ein doom-report? Nein nicht ganz...

Ich glaube wir sind weiterhin in einem tina-market mit niedrigen Zinsen, enormen Wachstum steigenden Unternehmensgewinnen und einer Liquiditätsflut die keine Investitionsobjekte mehr findet. Solange dieses Szenario anhält (und solche Szenarien halten oft viel länger an als gedacht) ist eine neuerliche Steigerung an den US-Aktienmärkten nicht unwahrscheinlich.

Eine richtige Euphorie mit Blase und explodierenden Kursen wie am Ende einer Distributionsphase vermisse ich eigentlich auch noch. Auch die berühmte "Spitze" im margin debt ist bisher noch nicht aufgetreten. Könnte aber alles noch kommen und jeder weiss dann: Die Hausse stirbt in der Euphorischen Phase. Es bleibt also spannend.

Nur eines ist klar: Die Wahrscheinlichkeit, dass in der nächsten Rezession die Probleme zu Tage treten und heftige Kursverlust in allen Assetklasen ausser Gold auslösen wird scheint mir extrem hoch. Am Anfang wird wohl auch Gold nachgeben, dann aber eher anziehen.

Wenn man jetzt nicht aus dem Aktienmarkt aussteigt stellt sich die Frage, ob man rechtzeitig raus kommt und wenn einem das überhaupt gelingt zu welchem Preis.

Steigt man jetzt aus, dann verpasst man mit grosser Wahrscheinlichkeit den wichtigsten steilen Anstieg der Hausse mit aberwitzigen Gewinnen, hat keine Rendite und steht bei einem eventuellen crack-up-boom als der grösste Idiot des Universums da. Ähnliches gilt für den Immobilienmarkt.

Fazit: Geld anlegen war noch nie so kompliziert wie Heute !

Was macht das Kapitalkrokodil?

Es wartet ab, taucht ab, verzichtet auf Rendite, reduziert Risiko, ärgert sich nicht über verpasste Chancen , bleibt aufmerksam und beobachtet, spart Energie, läuft keiner Marktentwicklung hinterher und macht das was es am besten kann: Leben, überleben, geniessen, Geduld haben, abwarten.

Fängt dann das Chaos an schlage ich kraftvoll und aggressiv zu. Das heisst derzeit:Verminderung der Aktienquote, raus aus EM, wenn die Preise (hoffentlich) mal wieder besser sind. Edelmetalle physisch akkumulieren und sicher verwahren. Liquidität sicherstellen, kurzlaufende Bunds und TBonds. Value Gelegenheiten wahrnehmen (z.B. russischer Markt).

Und bis dahin cool bleiben, gut schlafen.

Dies und die folgenden Ideen sind KEINE EMPFEHLUNGEN und nur meine PERSÖNLICHE MEINUNG !

Einige Ideen fürs value investing mit von mir errechneten Einstiegspreisen gibt es in "Analysen". Wenns bergab geht dürfte da so einiges gehen und in ferner Zukunft Renditen erwirtschaften.



 

 

 

 

 

 

 

M. R. Wimmer